Die Abfahrtkontrolle per App löst ein Problem, das in fast jedem Fuhrpark existiert und fast nirgends im Organigramm auftaucht: Die tägliche Zustandskontrolle der Fahrzeuge ist vorgeschrieben, sie findet meist auch statt – nur lässt sie sich hinterher nicht belegen. Kommt es zum Unfall oder zur Prüfung durch die Berufsgenossenschaft, zählt nicht, was der Fahrer erinnert, sondern was dokumentiert ist. Mit einer Plattform wie Blupassion wird aus dem mündlichen Rundgang ein Nachweis, der drei Jahre später noch vollständig vorliegt.

Inhalt
Was vorgeschrieben ist – und von wem
Die zentrale Vorschrift steht in der DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“. § 36 Abs. 1 formuliert die Pflicht knapp und eindeutig:
„Der Fahrzeugführer hat vor Beginn jeder Arbeitsschicht die Wirksamkeit der Betätigungs- und Sicherheitseinrichtungen zu prüfen und während der Arbeitsschicht den Zustand der Fahrzeuges auf augenfällige Mängel hin zu beobachten.“
Absatz 2 regelt, was danach passiert: Festgestellte Mängel sind dem zuständigen Aufsichtführenden mitzuteilen, bei einem Wechsel des Fahrzeugführers auch dem Ablöser. Und weiter: „Bei Mängeln, die die Betriebssicherheit gefährden, hat der Fahrzeugführer den Betrieb einzustellen.“
Drei Punkte sind hier entscheidend. Erstens: Die Pflicht besteht vor jeder Arbeitsschicht, nicht wöchentlich und nicht bei Gelegenheit. Zweitens: Sie liegt beim Fahrzeugführer, nicht in der Werkstatt. Drittens: An den Mangel knüpft eine Meldekette an – und im ernsten Fall ein Betriebsverbot, das der Fahrer selbst auszusprechen hat.
Dazu kommt die Halterverantwortung aus § 31 Abs. 2 StVZO. Danach darf der Halter die Inbetriebnahme nicht anordnen oder zulassen, wenn ihm bekannt ist oder bekannt sein muss, dass das Fahrzeug nicht vorschriftsmäßig ist. Der Halter muss also nicht nur hoffen, dass kontrolliert wird – er muss es organisieren können.
Warum die Papierlösung im entscheidenden Moment versagt
In der Praxis gibt es den Fahrzeugcheck fast überall. Er scheitert selten an der Bereitschaft, sondern an der Ablage. Typische Muster:
- Das Kontrollbuch liegt im Fahrzeug – und damit genau dort, wo niemand nachschaut, bis etwas passiert ist.
- Ein Mangel wird mündlich weitergegeben. Der Disponent weiß Bescheid, der Werkstattmeister nicht, und am nächsten Morgen fährt das Fahrzeug wieder.
- Es wird abgehakt, nicht geprüft. Ein vorausgefülltes Blatt mit zwanzig Häkchen entsteht in dreißig Sekunden. Es beweist im Zweifel eher das Gegenteil dessen, was es beweisen soll.
- Der Nachweis fehlt bei wechselnden Einsatzorten. Wer auf Baustellen unterwegs ist, hat den Ordner nicht dabei.
Der teuerste dieser Punkte ist der zweite. Eine gemeldete, aber nicht weitergeleitete Schadensmeldung ist juristisch schlechter als gar keine Kontrolle: Sie belegt, dass der Mangel bekannt war.
Abfahrtkontrolle per App: die fünf Bausteine, die reichen
Eine Abfahrtkontrolle per App braucht keinen großen Funktionsumfang. Fünf Dinge müssen zuverlässig laufen:
- Fahrzeugbezug ohne Tippen. Der Fahrer scannt einen QR-Code an der Fahrertür oder wählt sein Fahrzeug aus einer kurzen Liste. Das verhindert die häufigste Fehlerquelle – die Kontrolle am falschen Kennzeichen.
- Prüfpunkte je Fahrzeugtyp. Ein Transporter braucht andere Punkte als ein Lkw mit Ladekran oder ein Gabelstapler. Die Liste ist kurz, konkret und für jeden Typ eigens hinterlegt.
- Mangel mit Foto und Pflichtfeld. Wer „nicht in Ordnung“ wählt, muss ein Foto und eine Bemerkung hinterlegen. Das macht den Unterschied zwischen einem Häkchen und einem verwertbaren Nachweis.
- Automatische Meldekette. Der Mangel geht sofort an Disposition und Werkstatt – ohne dass der Fahrer entscheiden muss, wen er anruft. Bei betriebssicherheitsrelevanten Punkten wird das Fahrzeug in der Übersicht als gesperrt geführt.
- Nachweis mit Zeitstempel. Jede Kontrolle wird mit Person, Fahrzeug, Uhrzeit und Ergebnis gespeichert und bleibt abrufbar – unabhängig davon, ob das Fahrzeug noch im Bestand ist.
Das Prinzip ist dasselbe wie bei digitalen Checklisten und Rückmeldungen per App: gleiche Felder, gleicher Ablauf, auswertbares Ergebnis.
Der Unterschied zu den anderen Fuhrpark-Pflichten
Rund um den Fuhrpark gibt es mehrere Pflichten, die häufig verwechselt werden. Die Abgrenzung lohnt sich, weil jede eine eigene Strecke braucht:
- Die Führerscheinkontrolle klärt, wer überhaupt fahren darf. Sie ist personenbezogen und findet in der Regel halbjährlich statt – beschrieben im Beitrag zur Führerscheinkontrolle per App.
- Die Abfahrtkontrolle klärt, ob dieses Fahrzeug heute fahren darf. Sie ist fahrzeugbezogen und täglich fällig.
- Die jährliche Sachkundigenprüfung nach § 57 Abs. 1 DGUV Vorschrift 70 verlangt, Fahrzeuge „bei Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, durch einen Sachkundigen auf ihren betriebssicheren Zustand prüfen zu lassen“. Nach Absatz 2 sind die Ergebnisse schriftlich niederzulegen und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.
- Die planbare Instandhaltung – Ölwechsel, Inspektion, Reifen – ist Gegenstand der Wartung per App.
In der App greifen diese Stränge ineinander: Die tägliche Kontrolle erzeugt Mängel, die Mängel erzeugen Aufträge, und die jährliche Prüfung sieht in der Historie, was im Jahr aufgefallen ist. Wer dieselbe Logik für ortsfeste Betriebsmittel braucht, findet sie im Beitrag zu wiederkehrenden Prüfungen per App.
Was in der Einführung zählt
Die Abfahrtkontrolle scheitert nie an der Technik, sondern an der Dauer. Wenn der digitale Check länger braucht als der Zettel, wird er umgangen – und ein umgangener Nachweis ist schlechter als keiner.
Als Richtwert gilt: Eine Kontrolle ohne Befund muss in unter einer Minute erledigt sein. Das gelingt mit kurzen Listen, großen Schaltflächen, Bedienbarkeit mit Handschuhen und ohne Anmeldung über mehrere Schritte. Alles, was darüber hinausgeht – Kilometerstand, Tankbeleg, Schadensskizze –, gehört in eine zweite Ausbaustufe.
Genauso wichtig ist der Rücklauf. Ein Fahrer, der dreimal einen Mangel meldet und nie eine Reaktion sieht, meldet beim vierten Mal nichts mehr. Deshalb gehört zur Einführung eine feste Regel, wer Mängel wann bearbeitet – und eine Rückmeldung an den Melder, sobald etwas erledigt ist. Dieselbe Erfahrung beschreibt der Beitrag zur Störungsmeldung per App.
Häufige Fragen
Gilt die Pflicht auch für Pkw und Transporter? Die DGUV Vorschrift 70 gilt für Fahrzeuge im betrieblichen Einsatz, nicht nur für schwere Nutzfahrzeuge. Für die tägliche Zustandskontrolle nach § 36 kommt es auf den betrieblichen Einsatz an, nicht auf die Fahrzeugklasse. Der Umfang der Prüfpunkte unterscheidet sich, die Pflicht selbst nicht.
Wie lange müssen wir die Nachweise aufbewahren? Für die jährliche Sachkundigenprüfung nennt § 57 Abs. 2 DGUV Vorschrift 70 ausdrücklich den Zeitraum „mindestens bis zur nächsten Prüfung“. Für die täglichen Kontrollen gibt es keine feste Frist – in der Praxis ist eine mehrjährige Aufbewahrung sinnvoll, weil Haftungsfragen oft erst später auftauchen. Digital kostet das nichts.
Ersetzt die App die jährliche Prüfung? Nein. Die tägliche Kontrolle durch den Fahrer und die Prüfung durch einen Sachkundigen sind zwei verschiedene Dinge. Die App liefert der jährlichen Prüfung aber eine belastbare Vorgeschichte statt eines leeren Ordners.
Was passiert bei Fahrern ohne eigenes Diensthandy? Üblich sind zwei Wege: ein gemeinsames Gerät im Fahrzeug oder in der Ausgabe, oder der Zugang über das private Gerät ohne Installationszwang. Beides funktioniert, solange die Anmeldung kurz ist und keine privaten Daten verlangt werden.
Funktioniert das auch ohne Netz? Ja – und das ist Pflicht, nicht Kür. Tiefgarage, Halle, Baustelle: Die Kontrolle muss offline möglich sein und später synchronisieren. Andernfalls entsteht genau dort eine Lücke, wo die Fahrzeuge stehen.
Nächster Schritt
Sehen Sie in Ihrem Fuhrpark nach, wo die Kontrollen der letzten vier Wochen liegen. Wenn die Antwort „im jeweiligen Fahrzeug“ lautet oder länger als fünf Minuten dauert, haben Sie den Nachweis faktisch nicht. Wir zeigen Ihnen gern, wie die Abfahrtkontrolle per App mit Blupassion aussieht – vom QR-Code an der Fahrertür bis zur Mängelliste im Büro.
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Die Kontrolle, die sich hinterher belegen lässt
Ob die Abfahrtkontrolle bei Ihnen per Zettel, Heft oder bisher nur mündlich läuft: Wir gehen den Check an einem Ihrer Fahrzeuge durch und zeigen, wie aus dem Scan an der Fahrertür ein Nachweis und eine Mängelmeldung im Büro werden.
30 Minuten, kostenlos und unverbindlich – Videocall oder Telefon, wie es Ihnen lieber ist.

