KI auf dem Amt: 70 Prozent wollen sie – und fast drei Viertel eine Verwaltung, die von sich aus aktiv wird

KI auf dem Amt ist für die meisten Menschen in Deutschland keine Zumutung mehr, sondern eine Erwartung. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung vom 6. Oktober 2026 wünschen sich 70 Prozent, dass bei der Bearbeitung ihres Antrags Künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Noch deutlicher ist ein zweiter Befund: 73 Prozent wollen eine Verwaltung, die von sich aus auf sie zukommt, und 85 Prozent möchten den Stand ihres Antrags jederzeit online sehen. Für Kommunen heißt das: Die KI im Hintergrund ist nur die halbe Aufgabe. Die andere Hälfte ist der Weg, auf dem Hinweise, Status und Ergebnisse bei den Bürgern ankommen. Genau dort setzt eine Plattform wie Blupassion an.

Schaubild KI auf dem Amt: von sich aus melden, KI prüft vor und ein Mensch entscheidet, Status sichtbar, Ergebnis zurück.

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Was die Bitkom-Befragung zeigt

Bitkom hat die Zahlen zur Smart Country Convention vorgestellt, die vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Berlin stattfindet. Befragt wurden 1.004 Personen ab 18 Jahren (Pressemitteilung). Die wichtigsten Werte:

  • 70 Prozent wünschen sich KI bei der Bearbeitung ihres Antrags (Vorjahr 63 Prozent). Nur noch 26 Prozent wollen eine Bearbeitung ganz ohne KI.
  • 12 Prozent würden Prüfung und Entscheidung vollständig einer KI überlassen. 23 Prozent wollen, dass eine KI prüft und ein Mensch final entscheidet. 35 Prozent möchten, dass ein Mensch entscheidet und eine KI die Entscheidung kontrolliert.
  • 73 Prozent wünschen sich eine Verwaltung, die von sich aus aktiv wird, etwa wenn ein Ausweis abläuft oder eine Leistung zusteht.
  • 85 Prozent möchten während der Bearbeitung jederzeit online den aktuellen Stand und die voraussichtliche Bearbeitungszeit sehen.
  • 74 Prozent sagen, Behörden brauchen zu lange (Vorjahr 85 Prozent).
  • 83 Prozent wünschen sich eine App, mit der sie Mängel im öffentlichen Raum melden können.
  • 91 Prozent wollen, dass ihre Stadt oder Gemeinde die Digitalisierung mit mehr Nachdruck verfolgt, so viele wie nie seit 2019.

Die Befragung misst Wünsche, keine tatsächliche Nutzung. Aber sie zeigt, woran Bürger ihre Verwaltung künftig messen.

KI auf dem Amt heißt nicht: KI entscheidet allein

Auffällig ist, wie differenziert die Antworten ausfallen. Nur jeder Achte würde die Entscheidung komplett einer Maschine überlassen. Die große Mehrheit will KI als Werkzeug, mit einem Menschen an der entscheidenden Stelle.

Das passt zur Rechtslage. Nach § 35a VwVfG kann ein Verwaltungsakt nur dann „vollständig durch automatische Einrichtungen erlassen werden, sofern dies durch Rechtsvorschrift zugelassen ist und weder ein Ermessen noch ein Beurteilungsspielraum besteht“. Für die meisten kommunalen Vorgänge bedeutet das: KI kann vorprüfen, sortieren, Unterlagen auswerten und Entwürfe vorbereiten. Die Entscheidung trifft weiter ein Mensch. Wie solche Freigabepunkte aufgebaut werden, haben wir für Unternehmen in Human in the Loop beschrieben; die Logik gilt für Verwaltungen genauso.

Der unterschätzte Teil: die Verwaltung, die sich meldet

Die 73 Prozent für eine aktive Verwaltung sind der eigentlich spannende Wert. Bitkom schlüsselt ihn auf: 30 Prozent wollen automatisch informiert werden, dass sie aktiv werden können. 32 Prozent wollen automatisch gefragt werden und nur noch bestätigen. 11 Prozent wünschen sich, dass die Behörde die Leistung gleich selbst beantragt.

Für die ersten beiden Gruppen braucht es keine große KI-Plattform, sondern einen direkten Draht zu den Bürgern:

  • Erinnerungen vor Fristen. Der Personalausweis läuft in acht Wochen ab, die Hundesteuer-Marke muss getauscht werden, die Anmeldung für den Kita-Platz öffnet nächste Woche.
  • Hinweise auf Leistungen. Neue Förderprogramme, Zuschüsse oder Angebote für bestimmte Gruppen, gezielt an die, die es betrifft.
  • Statusmeldungen. Antrag eingegangen, Unterlagen vollständig, Bescheid in Bearbeitung, Bescheid versendet.

Eine E-Mail erreicht hier nur, wer sie öffnet. Ein Brief kostet Porto und Zeit. Eine Push-Nachricht auf dem Smartphone ist dort, wo die Menschen ohnehin lesen.

Was Kommunen heute schon umsetzen können

Viele Kommunen warten auf die große KI-Lösung für die Antragsbearbeitung. Die Bitkom-Zahlen legen eine andere Reihenfolge nahe: zuerst die Strecke zu den Bürgern, dann die Automatik dahinter. Drei Bausteine lassen sich ohne großes IT-Projekt umsetzen.

1. Status statt Funkstille. 85 Prozent wollen ihren Antragsstand sehen. Schon eine einfache Statusmeldung in drei bis vier Stufen nimmt Rückfragen am Telefon und im Bürgerbüro ab. Das entlastet genau die Mitarbeitenden, die für anderes fehlen.

2. Melden statt anrufen. 83 Prozent wünschen sich eine App für Mängel im öffentlichen Raum. Wie das von der Meldung bis zur Rückmeldung funktioniert, zeigt unser Beitrag zum Mängelmelder per App. Hier kann KI später helfen, etwa beim Zuordnen von Meldungen zum richtigen Fachamt oder Bauhof.

3. Erinnern statt hinterherlaufen. Termine und Fristen, die die Verwaltung ohnehin kennt, gehen als Erinnerung raus. Der Abfallkalender per App ist dafür das bekannteste Beispiel, das Prinzip trägt weit darüber hinaus.

Wo Blupassion ins Spiel kommt

Blupassion ist keine KI für die Sachbearbeitung und kein Fachverfahren. Blupassion ist die mobile Plattform, über die eine Kommune mit ihren Bürgern spricht:

  • Push-Nachrichten nach Thema und Stadtteil. Hinweise gehen an die, die es betrifft, nicht an alle.
  • Formulare und Meldungen. Mängel, Anliegen und Rückfragen kommen strukturiert an, mit Foto und Ort.
  • Rückmeldung an die Meldenden. Der Status einer Meldung wird sichtbar, auch für Ältere über eine einfache Oberfläche.
  • Beteiligung. Umfragen und Ideen aus dem Stadtteil, wie in Bürgerbeteiligung per App beschrieben.
  • Anbindung statt Insel. Über Schnittstellen lassen sich bestehende Systeme anbinden, damit Statusmeldungen nicht doppelt gepflegt werden.

So wird aus der Stadt-App der Kanal, über den eine Verwaltung „von sich aus aktiv“ werden kann. Mehr dazu auf unserer Seite zu Apps für Städte und Kommunen.

Einordnung: Wo die Kommunen selbst stehen

Die Bürgersicht ist die eine Seite. Wie weit Verwaltungen intern mit KI sind, welche Leitplanken fehlen und was Bürgermeister planen, haben wir in KI in der Kommunalverwaltung zusammengefasst. Beide Blickwinkel zusammen zeigen: Die Erwartung ist da, die Umsetzung hinkt. Bitkom selbst sieht eine wachsende Schere: 25 Prozent halten ihre Kommune für sehr fortgeschritten, 19 Prozent für sehr rückständig, beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Häufige Fragen

Was bedeutet KI auf dem Amt? Gemeint ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung, etwa beim Prüfen von Anträgen, beim Auswerten von Unterlagen oder beim Sortieren von Anliegen. Laut Bitkom wünschen sich 70 Prozent der Befragten, dass KI bei ihrem Antrag eingesetzt wird.

Darf eine KI über einen Antrag allein entscheiden? Nur in engen Grenzen. § 35a VwVfG erlaubt vollautomatische Verwaltungsakte nur, wenn eine Rechtsvorschrift das zulässt und weder Ermessen noch Beurteilungsspielraum besteht. In den meisten Fällen bereitet KI vor, ein Mensch entscheidet.

Was ist eine proaktive Verwaltung? Eine Verwaltung, die Bürger von sich aus informiert oder fragt, etwa vor dem Ablauf eines Ausweises oder wenn eine Leistung zusteht. 73 Prozent der Befragten wünschen sich das.

Braucht eine Kommune für KI auf dem Amt zuerst eine App? Nicht zwingend, aber ein direkter Kanal zu den Bürgern macht KI erst sichtbar. Statusmeldungen, Erinnerungen und Rückfragen müssen dort ankommen, wo Menschen lesen, meist auf dem Smartphone.

Wie fängt eine kleine Gemeinde an? Mit einem Anliegen, das häufig vorkommt und viele Rückfragen auslöst, etwa Mängelmeldungen oder Abfalltermine. Dafür braucht es keine eigene KI, sondern einen funktionierenden Ablauf mit Rückmeldung.

Nächster Schritt

Nehmen Sie den Antrag oder das Anliegen, zu dem in Ihrem Bürgerbüro die meisten Nachfragen kommen. Fragen Sie sich: Würde eine Statusmeldung die Hälfte dieser Anrufe ersparen? Wenn ja, liegt dort der erste Baustein für eine Verwaltung, die von sich aus aktiv wird. Wir zeigen Ihnen gern, wie das mit Blupassion aussieht.

Welche Nachfrage Ihr Bürgerbüro zuerst loswerden kann

Ob Ihre Verwaltung Bürger heute per Brief, E-Mail, Website oder bisher gar nicht über den Stand ihrer Anliegen informiert: Wir gehen ein häufiges Anliegen mit Ihnen durch und zeigen, wie Erinnerung, Status und Rückmeldung direkt auf dem Smartphone der Bürger ankommen.

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