22 Uhr, Schließrunde: Tore zu, Fluchtwege frei, Licht in der Halle aus, Kühlraum im Soll. Auf dem Papier steht danach ein Haken hinter jedem Punkt. Ob der Rundgang um 22 Uhr oder erst am nächsten Morgen ausgefüllt wurde, zeigt der Haken nicht. Und der Hinweis „Notausgang Lager zugestellt“ steht im Freitext, den am nächsten Tag niemand liest. Ein Kontrollgang per App ändert genau das: Jeder Kontrollpunkt wird vor Ort per QR-Code aufgerufen, Abweichungen gehen mit Foto direkt an die zuständige Stelle, und der Nachweis liegt jederzeit abrufbar vor. Dieser Beitrag zeigt, was Regeln und Praxis verlangen und wie das mit Blupassion umgesetzt wird.

Inhalt
Was ist ein Kontrollgang?
Ein Kontrollgang ist ein regelmäßiger Rundgang über festgelegte Kontrollpunkte eines Gebäudes oder Geländes. Geprüft wird, ob alles im vorgesehenen Zustand ist: Türen und Tore geschlossen, Fluchtwege frei, Anlagen ohne Störung, keine Schäden, keine unbefugten Personen. Wer den Rundgang macht, ist je nach Betrieb verschieden:
- Werkschutz und Sicherheitsdienste, die Objekte im Auftrag bewachen,
- Haustechnik und Hausmeister, die Gebäude, Technikräume und Außenanlagen betreuen,
- Schicht- und Lagerleitungen, die zum Feierabend die Schließrunde machen,
- Facility-Management und Hausverwaltungen, die mehrere Objekte im Blick behalten müssen.
Gemeinsam ist allen: Der Rundgang selbst ist Routine. Aufwendig wird es, wenn später jemand wissen will, ob er stattgefunden hat und was dabei aufgefallen ist.
Was die Regeln verlangen
Für Wach- und Sicherungsdienste regelt die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 23 den Rahmen ausdrücklich:
- § 8 Abs. 1: Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass die zu sichernden Objekte auf Gefahren geprüft werden. „Über diese Prüfungen sind Aufzeichnungen zu führen. Die Prüfungen haben regelmäßig, bei besonderem Anlass unverzüglich zu erfolgen.“
- § 8 Abs. 3: Die Beschäftigten haben festgestellte Gefahren und die dagegen getroffenen Maßnahmen dem Unternehmer zu melden.
- § 4 Abs. 1 und 2: Das Verhalten des Personals, einschließlich des Weitermeldens von Mängeln, wird durch Dienstanweisungen geregelt. Unterwiesen wird vor Aufnahme der Tätigkeit und danach regelmäßig.
- § 6 Abs. 2: Sicherungsumfang und -ablauf werden schriftlich festgelegt.
- § 9: Das Personal wird in das jeweilige Objekt und seine spezifischen Gefahren eingewiesen.
Im eigenen Betrieb ergeben sich Häufigkeit und Inhalt des Kontrollgangs meist aus Dienstanweisungen, der Gefährdungsbeurteilung oder Vereinbarungen mit Auftraggebern. Die Logik ist dieselbe: regelmäßig prüfen, Auffälligkeiten melden, beides nachvollziehbar festhalten.
Wo der Kontrollgang auf Papier hakt
- Der Haken hat keine Uhrzeit. Eine abgehakte Liste zeigt nicht, wann und in welcher Reihenfolge die Punkte geprüft wurden.
- Mängel bleiben im Freitext. Eine Notiz auf dem Rundgangsblatt erreicht weder Haustechnik noch Leitung, bis jemand den Ordner öffnet.
- Keine Rückmeldung. Wer einen Mangel meldet, erfährt selten, ob er behoben wurde. Beim nächsten Rundgang steht derselbe Hinweis wieder auf dem Zettel.
- Wechselndes Personal. Neue Kolleginnen und Kollegen oder Vertretungen kennen nicht jeden Punkt der Route und wissen nicht, worauf es dort ankommt.
- Der Nachweis kostet Zeit. Fragt ein Auftraggeber oder die Geschäftsleitung nach, werden Blätter gesucht, gescannt und abgetippt.
So funktioniert der Kontrollgang per App
- Route und Kontrollpunkte festlegen. An Toren, Fluchttüren, Technikräumen oder Lagerbereichen wird je ein QR-Code angebracht. Jeder Code gehört zu genau einem Kontrollpunkt mit eigener, kurzer Checkliste.
- Punkt scannen und prüfen. Vor Ort scannt die Person den Code mit dem Smartphone. Es öffnet sich die Checkliste dieses Punktes, etwa „Tür geschlossen?“, „Fluchtweg frei?“, „Anzeige im Normalbereich?“. Mit dem Absenden sind Kontrollpunkt, Person und Zeitpunkt festgehalten.
- Abweichung direkt melden. Ist etwas nicht in Ordnung, wird es mit Foto und kurzer Beschreibung erfasst. Die Meldung geht sofort an die zuständige Stelle, zum Beispiel an die Haustechnik oder die Schichtleitung, statt auf dem Rundgangsblatt zu warten.
- Nachweis abrufen. Für jeden Rundgang ist sichtbar, welche Punkte wann geprüft wurden, welche fehlen und welche Mängel offen oder erledigt sind. Auf Nachfrage genügt ein Blick, keine Ordnersuche.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Ein QR-Code an der Wand ist kein manipulationssicheres Wächterkontrollsystem. Für Objekte mit besonderen Sicherheitsanforderungen gibt es spezialisierte Systeme. Für die große Mehrheit der Betriebsrundgänge geht es aber nicht um Hochsicherheit, sondern darum, dass Prüfungen nachvollziehbar stattfinden und Mängel nicht verloren gehen. Dafür reicht das Smartphone. Wer zusätzliche Sicherheit möchte, kann an kritischen Punkten ein Pflichtfoto vorsehen.
Mehr als eine Rundgangsliste
Der Kontrollgang ist selten der einzige Ablauf, der heute auf Papier läuft. Mit einer Plattform wie Blupassion hängen die Bausteine zusammen:
- Einweisung und Dienstanweisung liegen in der App und lassen sich bestätigen, passend zu den Unterweisungen per App.
- Mängel laufen in denselben Ablauf wie jede andere Störungsmeldung, mit Rückmeldung an den Melder.
- Besonderheiten aus der Nacht stehen in der digitalen Schichtübergabe für die Frühschicht bereit.
- Größere Begehungen mit Maßnahmenplan laufen nach demselben Prinzip wie Audits und Begehungen.
Die App läuft auf iOS, Android und im Browser. Weil Kontrollpunkte, Fragen und Empfänger ohne Programmierung angepasst werden, bleibt der Ablauf aktuell, auch wenn eine Tür dazukommt oder sich eine Zuständigkeit ändert. Mehr zum Prinzip „Scan am Ort“ zeigt der Beitrag QR-Codes im Unternehmen.
So gelingt der Einstieg
- Mit einer Route beginnen. Eine Schließrunde oder ein Gebäude reicht für den Start. Erfahrungen fließen dann in die nächsten Routen ein.
- Checklisten kurz halten. Drei bis fünf Fragen je Punkt werden zuverlässig beantwortet, zwanzig nicht.
- Empfänger festlegen. Jede Mängelart braucht eine zuständige Stelle, sonst landet die Meldung wieder im Nirgendwo.
- Ergebnis zurückmelden. Wer sieht, dass Hinweise behoben werden, meldet auch beim nächsten Mal.
Häufige Fragen
Was ist ein Kontrollgang? Ein regelmäßiger Rundgang über festgelegte Kontrollpunkte, bei dem der Zustand von Gebäude, Gelände und Anlagen geprüft und Auffälligkeiten gemeldet werden.
Muss ein Kontrollgang dokumentiert werden? Für Wach- und Sicherungsdienste ja: Nach § 8 Abs. 1 DGUV Vorschrift 23 sind über die Prüfungen der zu sichernden Objekte Aufzeichnungen zu führen. Im eigenen Betrieb ergibt sich die Pflicht meist aus Dienstanweisungen, Gefährdungsbeurteilung oder Verträgen.
Ersetzt ein QR-Code ein Wächterkontrollsystem? Nicht bei besonderen Sicherheitsanforderungen. Für die meisten Betriebsrundgänge, bei denen es um nachvollziehbare Prüfungen und gemeldete Mängel geht, ist die Lösung per Smartphone ausreichend und deutlich schneller eingeführt.
Braucht man spezielle Geräte? Nein. Genutzt werden Smartphones oder Tablets mit iOS oder Android. Die QR-Codes lassen sich ausdrucken und an den Kontrollpunkten anbringen.
Was passiert mit gemeldeten Mängeln? Sie gehen mit Foto direkt an die festgelegte Stelle. Dort wird die Erledigung erfasst, der Melder bekommt eine Rückmeldung, und der Mangel ist im Nachweis als offen oder erledigt sichtbar.
Was kostet das Abtippen der Rundgangsprotokolle bei Ihnen im Jahr?
Suchen, Rückfragen, Abtippen: Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen aus, wie viele Stunden und Euro pro Jahr daran hängen. Alle Annahmen liegen offen, das Ergebnis steht sofort da – ohne Formular vorweg.
Nächster Schritt
Nehmen Sie die Rundgangsliste, die bei Ihnen heute am häufigsten ausgefüllt wird, und zählen Sie die Kontrollpunkte. Daraus lässt sich in kurzer Zeit eine erste Route mit QR-Codes bauen, mit der Sie testen, wie viel Sucherei und Abtippen danach wegfällt.
Mehr aus „Prüfen, warten, nachweisen“ und allen anderen Bereichen: Anwendungsfälle im Überblick →
Jeder Kontrollpunkt geprüft, jeder Mangel angekommen
Ob Ihre Rundgänge heute auf Papierlisten, in Excel, per Wächterkontrollgerät oder bisher gar nicht einheitlich dokumentiert werden: Wir gehen eine Route mit Ihnen durch und zeigen, wie Kontrollpunkte per QR-Code geprüft und Mängel mit Foto direkt an die zuständige Stelle gemeldet werden.
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